Offenheit als Herzstück der Digitalen Agenda der EU

Ein wesentliches Anliegen von Befürwortern von Open Source ist die freie Verfügbarkeit von Schnistellendefinitionen und Dateiformaten. Die Geheimhaltung dieser Informationen hat das Wachstum von Open Source behindert und erschwert, aber nicht unmöglich gemacht (auch wenn das die ausführenden Firmen damit bezwecken wollten!).

Nun erhalten wir eine höchst willkommene Unterstützung von maßgeblicher Seite: der EU Kommission, vertreten durch Neelie Kroes, der EU-Kommissarin für die Digitale Agenda. In ihrer Rede am 10.06.2010 hat sie mehr Offenheit zur Verbesserung der Interoperabilität zwischen Systemen und Programmen eingefordert. Dies soll in fünf Schritten erreicht werden:

  1. Stärkung der europäischen Standardisierungsgremien -> mehr relevante Standards sollen aus Europa kommen
  2. Offenlegung von Lizenzkosten bereits bei Entwicklung eines Standards -> bessere Entscheidungen durch umfassende Information
  3. Frühzeitige Verhinderung von De-facto-Standards durch einen marktbeherrschenden Anbieter -> Vermeidung des vendor-lock-in
  4. Vorgabe von offenen Standards für die Zusammenarbeit der europäischen Regierungen untereinander -> Anzahl der Anbieter maximieren
  5. Offenlegung von Dateiformaten -> Verbesserung des Wettbewerbs

Gerade in Abwesenheit von existierenden oder akzeptierten Standards hat die Offenlegung von Dateiformaten besondere Bedeutung. Frau Kroes verweist hier auf einen langwierigen Streit mit einer gewissen Firma zur Bereitstellung von derartigen Informationen – sie sucht nach einem schnelleren Weg ohne ein mühsames Anti-Trust Verfahren …

Sollte nun der Eindruck entstanden sein, dass diese Forderungen einen “ideologischen Hintergrund” haben (eine Unterstellung, die in der Anfangszeit der Open Source Gemeinschaft vorgeworfen wurde), so sagt Frau Kroes explizit:

  • Interoperabilität fördert den Wettbewerb
  • Transparenz führt zu effizienten Entscheidungen
  • De-facto-Standards sind immer teurer als offene Standards

Es bleibt nur mehr an ihre Aussage von vor zwei Jahren zu erinnern:

“choosing open standards is a very smart business decision” Neelie Kroes

Eugen Neuber

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